Das BMZ Innovationsforum 2018

Digitale Innovationen in der Entwicklungszusammenarbeit

BMZ fördert digitale Innovation in Entwicklungsländern – von Medikamentendrohnen bis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Auf dem ersten Innovationsforum des BMZ vereinbart Bundesminister Müller neue Kooperationen und holt Impulse von digitalen Erfindern in die Entwicklungszusammenarbeit

 

Auf dem ersten BMZ Innovationsforum in Berlin zeigte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), wie digitale Innovationen die Entwicklungszusammenarbeit besser machen können. Schwerpunktthemen waren Drohnentechnologie, Blockchain, Künstliche Intelligenz und Cyber-Sicherheit.

Die gemeinsam zwischen Bundesminister Dr. Gerd Müller und Dr. Thomas Ogilvie, Personalvorstand bei der Deutschen Post DHL, unterzeichnete Absichtserklärung zur Ausweitung des Pilotprojekts „Deliver Future“ unterstreicht den entwicklungsdynamischen Charakter der Veranstaltung. Aufbauend auf dem erfolgreichen Vorgängerprojekt wollen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des BMZ und das Logistikunternehmen Deutsche Post DHL die Belieferung medizinischer Einrichtungen zur Notfallversorgung per Drohne für bis zu 400.000 Bewohner in Ostafrika fortführen und ihre Kooperation intensivieren. So soll insbesondere evaluiert werden, ob und unter welchen Bedingungen ein Regelbetrieb des „DHL Paketkopters“ für die medizinische Versorgung denkbar und sinnvoll ist. Darüber hinaus wollen beide Seiten Beschäftigungsperspektiven vor Ort schaffen, z.B. im Bereich Wartung und Instandsetzung. Auch streben BMZ und DHL im Rahmen des Projektes an, lokale Trainings- und Schulungsmaßnahmen durchzuführen.

Entwicklungsminister Gerd Müller: „Digitalisierung und neue Technologien spielen in der modernen Entwicklungszusammenarbeit eine wichtige Rolle. Digitale Innovationen ermöglichen reale Entwicklungssprünge, schaffen zukunftssichere Arbeitsplätze, bieten mehr Zugang zu Gesundheit und Bildung und machen den globalen Handel fairer und transparenter. Gemeinsam mit Partner aus der Wirtschaft und Zivilgesellschaft setzen wir schon heute rund 450 Projekte mit digitalem Schwerpunkt in knapp 90 Ländern um.“

Dr. Thomas Ogilvie, Vorstandsmitglied Deutsche Post DHL Group : „Wir freuen uns sehr über die Fortsetzung unseres erfolgreichen Medikamentendrohnen-Projekts in Ostafrika. Gerne bringen wir unsere Expertise in den Bereichen Logistik und Digitalisierung ein, um die Gesundheitsversorgung in diesem Teil Afrikas zu beschleunigen und damit zu verbessern.“

Zusammen mit der Westerwelle Foundation wird das BMZ digitale Start-ups in Afrika fördern, so die Vereinbarung anlässlich des Beitritts der Westerwelle Foundation zur Make-IT Allianz des BMZ. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nutzt künftig das „Westerwelle Start-up Haus Kigali powered by Evonik Stiftung“ für die Tech-Entrepreneurship Förderung. Zudem nutzt das BMZ die Immobilie für ihr Digitalzentrum Ruanda. Michael Mronz, Vorsitzender des Vorstands der Westerwelle Foundation: „Erfolgreiche Gründerinnen und Gründer sind eine Chance für mehr Arbeitsplätze und einen neuen, digitalen Mittelstand in Afrika.“

Über 25 Expertinnen und Experten des Innovationsforums diskutierten mit geladenen Gästen über Vorteile sowie über Herausforderungen und Risiken digitaler Technologien. Das neue Schwerpunktthema „Künstliche Intelligenz“ des Bundeskabinetts wurde auf dem BMZ Innovationsforum erstmals in seiner globalen Wirkmächtigkeit besprochen.

Bei Projekten setzt das BMZ verstärkt auf innovative digitale Lösungen und sucht dazu gezielt die Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen aus der Digital- und Start-up-Wirtschaft sowie der Privatwirtschaft und Wissenschaft.

Denn Erfindergeist und Jugend sind der Schlüssel für Innovationen und Entwicklung, indem sie nicht nur Jobs, sondern auch neue Wirtschaftszweige schaffen. Auf dem Innovationsforum wurde deshalb diskutiert und in Workshops erarbeitet, welche modernen Technologien helfen können, Entwicklung erfolgreich zu gestalten, Perspektiven vor Ort zu schaffen und wirtschaftliches Wachstum zu fördern.

 

Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit

Die hohe Relevanz der Digitalisierung für die internationale Zusammenarbeit zeigt das BMZ auch durch den Aufbau eines neuen Digital-Referats und die Neuauflage eines Toolkits für Digitalprojekte. Digitale Innovation hilft dem BMZ, die internationale Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die geplante „Umsetzungsstrategie der Bundesregierung zur Gestaltung des digitalen Wandels“ besser umzusetzen.

Digitalisierung verändert alle gesellschaftlichen Bereiche in Industrie- wie in Entwicklungsländern. Schon die Hälfte aller Menschen hat heute Zugang zu einem globalen Wissensfundus über das Internet. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger in Entwicklungsländern, die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft und die Verwaltung in den Partnerländern in die Lage zu versetzen, Chancen des digitalen Wandels zu nutzen und kompetent mit den Risiken umgehen zu können.

Der richtige Einsatz von digitalen Technologien kann die Entwicklung in den Partnerländern transformieren: Digitalisierung kann mehr Effizienz, mehr Gerechtigkeit, mehr Partizipation, mehr Transparenz und mehr Nachhaltigkeit bewirken. Digitalisierung kann ein erfolgreicher Beschleuniger sein, um die Schere zwischen Arm und Reich zu verringern. Digitalisierung kann aber auch Unrecht und Armut verstärken. Eines ist sicher: Wenn wir heute nicht in die Digitalisierung vor Ort investieren, wird sich der Abstand zwischen Entwicklungsländern und Industrieländern weiter vergrößern.

Drohnen

 

Tech for good speaker:

  • Michael Gruber (Remote Monitoring, KfW)
  • Tom Plümmer (Gründer, Wingcopter)
Künstliche Intelligenz

 

Tech for good speaker:

  • Lorena Jaume-Palasí (Mitgründerin/ Geschäftsführerin, AlgorithmWatch)
  • René Clausen Nielsen (UN Global Pulse)
  • Jonathan Ledgard (Director of a future Africa initiative at EPFL)
Blockchain

 

Tech for good speaker:

  • Shermin Voshmgir (Gründerin/Director of the Research Institute for Crypto Economics)
  • Piet Kleffmann (TruBudget, KfW)
  • Valerie Khan (WFP, World Bank Advisor Digital Identity for Humanitarian Aid)
Cyber Sicherheit

 

Tech for good speaker:

  • Kilian Vieth (Stiftung Neue Verantwortung)
  • Stuart Campo (Researcher, Signal Program, Harvard Humanitarian Initiative)
Sprecherinnen und Sprecher

Keynote

Dr. Joana Breidenbach

Gründerin betterplace lab

Joana Breidenbach ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Internetunternehmerin. Sie ist Aufsichtsrätin der gut. org gAG, Mitgründerin der Spendenplattform betterplace.org und Gründerin des Thinktank betterplace lab. Ihre Vor- und Beiträge waren 2015 auf dem 2. Internationalen Deutschlandforum im Kanzleramt zu hören, beim Expertendialog mit BM Gerd Müller zur Digitalisierung und Entwicklungszusammenarbeit, bei einer Dialogrunde Bürgerschaftliches Engagement mit Thomas de Maizière oder auf einem Panel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschen Kirchentag in Stuttgart.

Jonathan M. Ledgard

Director, Afrotech, EPFL

Jonathan Ledgard is founder of the new Rossums studio and director of a future Africa initiative at EPFL in Switzerland. He was a long-time Africa correspondent of The Economist. He leads the Redline group which seeks to build droneports and cargo drone lines in Africa. His second novel, Submergence, a New York Times book of the year, is presently being adapted for Hollywood by Wim Wenders.

Stuart Campo

Digitale Sicherheit

Stuart Campo (@stucampo) is a Senior Fellow at the UNOCHA Centre for Humanitarian Data in The Hague, where he leads on issues related to Data Policy. He has over ten years of experience working in the humanitarian and development sectors, with a focus on the safe, effective, and ethical design and management of technology, data, and social innovation projects.

Lorena Jaume-Palasí

Datenschutz & Algorithms

Lorena Jaume-Palasí forscht zur Ethik der Meinungsfreiheit, Digitalisierung und Automatisierung. Sie ist zudem Bucerius Fellow der Bucerius Stiftung und hat die Dynamic Coalition on Publicness des UN Internet Gover-nance Forums (IGF) mitgegründet. Lorena ist Mitglied des Beirats der Initiative Code Red gegen Massenüberwachung. Schließlich leitet sie das Sekretariat der deutschen nationa-len Sektion des IGF sowie Projekte zur Internet Governance in Asien und Afrika.

Shermin Voshmgir

Blockchain, Dezentralisierung

Shermin Voshmgir ist Gründerin des BlockchainHubs, einem Infor-mations-Hub und Think Tank, mit Sitz in Berlin der weltweit inter-disziplinär die Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. Sie ist promovierte Wirtschaftsinfor-matikerin. Aktuell lehrt sie als Gastdozentin zum Thema Blockchain am Institut für Informatik der Wirtschaftsuniversität Wien und ist eine gefragte Expertin zum Thema Blockchains, Smart Contracts und dem dezentralen Web. Zudem berät sie in Unternehmen und Regierunsorganisationen zu relevanten Blockchain-Anwendungen.

Dr. Gerd Müller

Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

ZUR PERSON:
geboren am 25. August 1955 in Krumbach/Schwaben,
verheiratet, zwei Kinder
Wohnort: Kempten/Durach im Allgäu
Diplom-Wirtschaftspädagoge

Berufliche Laufbahn:
Höheres Lehramt – stellvertretender Leiter im Institut für Auswärtige Beziehungen der Hanns-Seidel-Stiftung
Oberregierungsrat a.D., Bayerisches Wirtschaftsministerium

Politische Laufbahn:
1989 – 1994: Mitglied des Europäischen Parlaments,
Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe

1994: direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Kempten, Oberallgäu und Lindau

Mitglied im Europa-, Außen- und Verteidigungspolitischen Ausschuss,
Europa-, Außen- und Entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe

2005 – 2013: Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, unter anderem zuständig für Internationale Beziehungen, Entwicklungsprojekte, Welternährung

seit 17.12.2013: Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Paneldiskussion

Lorena Jaume-Palasí

Datenschutz & Algorithms

Lorena Jaume-Palasí forscht zur Ethik der Meinungsfreiheit, Digitalisierung und Automatisierung. Sie ist zudem Bucerius Fellow der Bucerius Stiftung und hat die Dynamic Coalition on Publicness des UN Internet Gover-nance Forums (IGF) mitgegründet. Lorena ist Mitglied des Beirats der Initiative Code Red gegen Massenüberwachung. Schließlich leitet sie das Sekretariat der deutschen nationa-len Sektion des IGF sowie Projekte zur Internet Governance in Asien und Afrika.

Dr. Sabine Müller

Bereichsleiterin des Regionalbereichs Afrika, GIZ

Frau Dr. Sabine Müller ist seit August 2017 Leiterin des Afrikabereichs in der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Die Diplom-Agraringenieurin promovierte am Institut für Agrarpolitik und Marktlehre der Universität Kiel zum Thema „Evaluating the Sustainability of Agriculture: The Case of the Reventado River Watershed in Costa Rica“. Vor ihrem Einstieg in die GIZ 1990 war Frau Dr. Müller einige Jahre für ein Consultingunternehmen tätig und führte dort im Auftrag der GIZ, WB, IFAD, EU u. a. Studien und Gutachten hauptsächlich in Westafrika und Lateinamerika durch.
Ihre ersten sechs Jahre in der GIZ verbrachte die Agrarwissenschaftlerin in Costa Rica und arbeitete für ein Langzeitprojekt zu nachhaltiger Landnutzung. Nach ihrer Promotion im Jahr 1997 leitete sie in Uruguay drei Jahre lang ein GIZ-Programm zur Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft.
Zurück in Deutschland war sie zunächst in der Stabsstelle Unternehmensentwicklung des Unternehmens für Interne Evaluierung und Qualitätskontrolle zuständig bevor sie in den Jahren 2004 – 2014 die Leitung verschiedener Regionalabteilungen übernahm (Südostasien, Mittelamerika/Karibik und Südamerika).
Vor ihrer aktuellen Tätigkeit als Bereichsleiterin des Afrikabereichs leitete sie den Fach- und Methodenbereich. Davor steuerte Sabine Müller das Reorganisationsprojekt für eine zukunftsfähige Aufstellung der GIZ.

Dr. Thomas Ogilvie

Vorstandsmitglied DHL

Seit 1. September 2017 ist Dr. Thomas Ogilvie Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutsche Post DHL Group. Zusätzlich hat er im Juni 2018 das neu geschaffene Vorstandsressort Corporate Incubations übernommen und ist hier insbesondere verantwortlich für Innovationsthemen wie Automation und Digitalisierung. Vor seiner Vorstandstätigkeit war er als „Executive Vice President Corporate Development“ für die strategische Ausrichtung des Konzerns zuständig. Thomas Ogilvie ist seit mehr als 15 Jahren bei Deutsche Post DHL Group und hat in dieser Zeit eine Vielzahl von Managementverantwortungen übernommen. Er ist Diplom-Psychologe (Universität Bonn) und promovierter Wirtschaftswissenschaftler (Universität St. Gallen).

Tech for Good Labs Sprecherinnen und Sprecher

Drohnen
  • Michael Gruber (Remote Monitoring, KfW)
  • Tom Plümmer (Gründer, Wingcopter)
Künstliche Intelligenz
  • Lorena Jaume-Palasí (Mitgründerin /Geschäftsführerin, AlgorithmWatch)
  • René Clausen Nielsen (UN Global Pulse)
  • Jonathan Ledgard (Director of a future Africa initiative at EPFL)
Blockchain
  • Shermin Voshmgir (Gründerin / Director of the Research Institute for Crypto Economics)
  • Piet Kleffmann (TruBudget, KfW)
  • Valerie Khan (WFP, World Bank Advisor Digital Identity for Humanitarian Aid)
Cyber Sicherheit
  • Kilian Vieth (Stiftung Neue Verantwortung)
  • Stuart Campo (Researcher, Signal Program, Harvard Humanitarian Initiative)
Ablauf Innovationsforum

09:30 Uhr

Einlass

10:00 Uhr

Eröffnung

MinDir Gunther Beger

10:10 Uhr

Keynote “Welche Rolle spielt Innovation in der Entwicklungszusammenarbeit?

Dr. Joanna Breidenbach

10:40 Uhr

Lightning Talks zu den vier Schwerpunkten Blockchain, Drohnen, Künstliche Intelligenz, Cyber Sicherheit

Lorena Jaume-Palasí
Shermin Voshmgir
Jonathan Ledgard
Stuart Campo

11:00 Uhr

Tech for Good Labs zu den vier Schwerpunkten

13:00 Uhr

Mittag &
Innovations-Marktplatz &
Networking mit Initiativen

Innovative Projekte aus der Entwicklungszusammenarbeit

14:00 Uhr

Präsentation der Handlungsempfehlungen aus den Tech for Good Labs

14:20 Uhr

Mit Erfindergeist für Fortschritt

Bundesminister Dr. Gerd Müller

14:40 Uhr

Innovative Ansätze für globale Wirkung

 

Dr. Thomas Ogilvie

15:00 Uhr

Robotics & AI – the next big thing?

Jonathan Ledgard

15:15 Uhr

Digitalisierung weltweit: Neue Ansätze mit globaler Wirkung

Lorena Jaume-Palasí, Dr. Thomas Ogilvie, Sabine Müller

Veranstaltungsort

Malzfabrik

Die Malzfabrik ist ein Industriedenkmal, das durch Kreativität und Kultur geprägt ist und sich durch Nachhaltigkeit hervorhebt. Eine pulsierende Insel in einem großstädtischen Gewerbegebiet, die zu unkonventionellem Denken einlädt.

Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin